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Perspektive

Stell dir vor, du bist ein Mensch von einem anderen Planeten und hast die Erde entdeckt. Ganz neugierig machst du dich mit ein paar Freunden auf den Weg, weil ihr die Erde erkunden möchtet. Du bist sehr gespannt und fragst dich, ob es dort ‚intelligentes‘ Leben gibt.

In der Umlaufbahn der Erde angekommen, verbindest du dich mit einem Satelliten und fängst in einem weltweiten Netz, das Internet genannt wird, an zu recherchieren. Du findest folgendes heraus:

  • Auf der Erde besitzen 8 Menschen so viel, wie ärmere Hälfte der Weltbevölkerung (Quelle)
  • Es gibt 821 Millionen Menschen, die an Hunger leiden, während 1/3 bis ½ der produzierten Nahrung weggeworfen wird und nach dem heutigen Stand der Technik 12 Milliarden Menschen ernährt werden können
  • Weltweit war 2012 mehr als jedes zehnte 5- bis 17-jährige Kind von Kinderarbeit betroffen (10,6 Prozent)
  • 2015 hatten knapp 2,4 Milliarden Menschen keinen Zugang zu Sanitäreinrichtungen und 660 Millionen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser“ (Quelle)
  • 1,3 Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu Elektrizität und 2,6 Milliarden Menschen haben keine sauberen Kocheinrichtungen (Quelle)
  • Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 69 Jahren, obwohl es Wissenschaft und Technologie ermöglichen, 80 oder 90 + Jahre alt zu werden, weil sie keinen Zugang zu diesen ‚Behandlungen‘ haben (Quelle)
  • Klimawandel: Seit Mitte des 19. Jahrhunderts hat sich die globale erdnahe Temperatur um etwa ein Grad erhöht.
  • Durch den Klimawandel versauern die Meere
  • Waldverluste schreiten seit Jahrzehnten voran
  • Es gibt massives Artensterben
  • Ressourcen werden übernutzt (Quelle)
  • Es gibt Korruption (Quelle 1, 2)
  • Es gibt Vergewaltigungen (Quelle 1, 2)
  • Menschen sind gezwungen zu arbeiten
  • Es gibt Krieg (Quelle 1, 2)
  • Umweltverschmutzung
  • und soo viel mehr …

Wow, denkst du. Es scheint viele Probleme auf der Erde zu geben und es scheint, dass die Menschen sie nicht gelöst bekommen. Deine Freunde informieren sich auch im Internet und sind erstaunt. Sie fragen dich, warum die Menschen die Probleme nicht gelöst bekommen.

Du hebst du deinen Kopf, denkst darüber nach, was deine Ureltern dir einmal erzählt haben, und fängst an zu erklären:

Auch auf unserem Heimatplaneten gab es eine Zeit, die der, auf der Erde, ähnelte. Auch damals gab es viele Probleme, die immer schlimmer wurden und die Menschen hatten keine Lösung, denn wenn sie versuchten ein Problem zu lösen, hat es sich nach woanders verschoben oder es ist ein neues aufgetreten. Es war wirklich hoffnungslos – so schien es jedenfalls.

Die Menschen von unserem Heimatplaneten befanden sich auf einem Scheideweg: Entweder sie finden eine wirkliche Lösung für die Probleme, oder sie würden ihren Planeten und sich selbst so beeinflussen, sodass es große Schwierigkeiten geben würde, weiterhin auf ihm zu leben.

Deine Freunde schauen auf die Erde herab und überlegen, ob sie es schaffen werden.

Du erzählst weiter:

Der große Wendepunkt ereignete sich nicht als solcher – es sollte viel eher ein Prozess sein, bei dem mehr und mehr Menschen verstanden haben, dass die Probleme eine gemeinsame Ursache haben. Sie haben verstanden, dass ihre Welt auf einer Grundstruktur aufgebaut war, die unveränderbar zu sein schien.

Diese Grundstruktur war der Handel, denn jeder Mensch musste irgendetwas tauschen, um irgendetwas zu bekommen: zum Beispiel Zeit, Wissen und Fähigkeiten gegen Geld und Geld gegen Lebensmittel, um zu überleben.

Dadurch wurden Menschen negativ beeinflusst – sie machten viele Geschäfte, nutzten andere aus und wurden zu Missbrauchern, Scharlatanen und Dieben. Gleichzeitig ermöglichte der Handel die Entwicklung von Gesellschaften, neuen Materialien, Wissenschaft und Technologie. Dieser Vorgang, Handel zu treiben, schien also deshalb so unveränderbar, weil sie dachten, dass der Handel ’normal‘ sei, sowohl positive als auch negative Aspekte beinhaltet und, dass das auch immer so sein würde.

Was sie aber nicht verstanden hatten, war, dass sie die technologischen Mittel und das Wissen hatten, um ihn obsolet zu machen.

Waren, Dienstleistung, Wissen, Zeit, Aufmerksamkeit, Privatsphäre und Daten für etwas anderes zu tauschen schien eine Selbstverständlichkeit und völlig ’normal‘ zu sein, bis eine kleine Gruppe von Menschen durch verschiedene Erfahrungen herausgefunden hatte, dass das ein Problem ist. Diese Gruppe von Menschen hatte es sehr schwer, da nicht viele Menschen verstehen konnten, was sie meinen. Sie waren viel zu sehr beschäftigt, Handel zu treiben und konnten sich eine Welt ohne Handel nicht vorstellen.

Es war zu sehr in den Köpfen der Menschen (Kultur), da sie in dieser Welt aufgewachsen waren und dadurch maßgeblich von ihm beeinflusst wurden. Sie konnten ihn nicht hinterfragen.

Allerdings wurde mit zunehmender Zeit immer mehr Menschen klar, dass ‚irgendetwas‘ schief läuft und es so nicht weitergehen konnte. Sie wurden offener für solche Ideen, fingen an den Handel zu hinterfragen und darüber zu reden. Es gab auch mehr und mehr Projekte, die in diese Richtung arbeiteten, sodass die Menschen darüber gebildet wurden und sich selbst dafür zu engagieren.

Allerdings schien es sehr hoffnungslos, denn sie waren immer noch eine sehr kleine Gruppe und sie bräuchten eine Vielzahl von Menschen, damit sich großflächig etwas verändert. Das hielt die anderen aber nicht auf. Sie haben angefangen, die Welt zu verändern, indem sie diese Idee weiterverbreitet haben und handelsfreie Waren und Dienstleistungen geschaffen haben.

Das Unglaubliche wurde möglich und diese Bewegung wurde immer größer und größer. Sie war nicht mehr zu stoppen, denn je mehr Menschen handelsfreie Waren und Dienstleistungen erschaffen haben, desto mehr und mehr Menschen hatten Zugang zu diesen Dingen, konnten sich besser vorstellen, wie eine solche Welt funktionieren kann und haben selbst angefangen diese Bewegung zu unterstützen.

Sie mussten nicht mehr ihre Zeit tauschen, um etwas zu tun, was sie vielleicht nicht mochten, sondern hatten jetzt Zeit, zu entdecken, zu forschen und zu genießen. Dadurch gab es genug Menschen in allen möglichen Feldern der Wissenschaft, die diese Idee weiter voranbrachten. Diese positive Rückkopplungsschleife hat sich immer mehr verstärkt und, wie ihr wisst, gibt es heutzutage auf unserem Heimatplaneten weniger Probleme.

Deine Freunde und du denken an euren Heimatplaneten und seid froh, denn mittlerweile funktionieren dort die Dinge ziemlich gut. Es gibt wenig, bis keine Verbrechen, kein Geld, keine Führer, keine Kriege, weniger Konflikte und ihr seid eine Spezies, die eine Sprache spricht und einen Planeten teilt. Es gibt keine Länder oder Gesetze, kein Polizei- oder Justizsystem, aber euch allen geht es gut, niemand muss hungern und Bedürfnisse und Wünsche werden erfüllt.

Du blickst nochmal auf die Erde herab, überlegst und sagst zu deinen Freunden: „Lasst uns den Menschen auf der Erde eine Idee geben“ 🙂

 

Perspektivwechsel

Manchmal ist es interessant, Dinge von einer anderen Perspektive zu betrachten. Es ist sehr sinvoll einen Schritt zurückzutreten und sich zu überlegen, worum es überhaupt geht – deswegen die Perspektive eines Außerirdischen.

Diese kleine Geschichte soll zeigen, dass auch wir Menschen uns vielleicht auch auf einem Scheideweg befinden. Probleme, wie der Klimawandel scheinen nicht genug aufgehalten zu werden und die soziale Ungerechtigkeit wird immer größer. Auch unsere Erde basiert auf Handel und viele scheinen das nicht hinterfragen zu können. Wir aber fordern den Handel heraus und wollen ihn obsolet machen. Lies unser Buch „Die Ursache der meisten Probleme„, in dem wir das ausführlich argumentieren.

Es kann sehr frustrierend sein, über die Probleme zu lesen, doch es ist wichtig, diese Tatsachen zu begreifen. Wenn wir das Problem verstanden haben, können wir etwas dagegen tun: Lass uns den Handel bekämpfen, indem wir Menschen darüber informieren (bilden) und handelsfreie Waren + Dienstleistungen erschaffen.

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