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Wie bin ich zu TROM gekommen?

In diesem Artikel erkläre ich, wie ich zu TROM gekommen bin und was mich an diesem Projekt so fasziniert.

Es war in Indonesien. Genauer gesagt auf der Insel Sulawesi, in der Nähe einer kleinen Stadt namens Bitung. Dort war ich im Tasikoki Wildlife Center und habe WWOOFing gemacht. Zur Erklärung: WWOOFing (World-Wide Opportunities On Organic Farms, Weltweite Möglichkeiten auf Biobauernhöfen, kurz: WWOOF) bedeutet, 3-4 Stunden am Tag bei einem Projekt mitzuarbeiten (meist in der Landwirtschaft), um als Gegenleistung dafür Lebensmittel und eine Unterkunft zu bekommen. Über das Internet habe ich das Tasikoki Wildlife Center gefunden, wo ich helfen wollte, einen Permakultur-Garten aufzubauen.

Bei diesem Projekt habe ich das Pärchen Olof (aus Schweden) und Anna (aus England) kennengelernt, die schon viel über Permakultur wussten und von Gibraltar nach Indonesien gereist sind, ohne das Flugzeug zu benutzen, um mittels WWOOFing sich bei alternativen Projekten zu engagieren.

Permakultur kommt ursprünglich aus der Landwirtschaft und zielt darauf ab, naturnahe und dauerhaft funktionierende Kreisläufe zu schaffen. Zum Beispiel versucht man, die Landschaft so zu gestalten, dass man mit möglichst wenig Aufwand viel Nutzen hat: Bäume werden so gepflanzt, dass man sie nicht extra bewässern muss, der Gemüsegarten ist in der Nähe des Hauses und leicht zugänglich etc.

Im Internet findet man viel dazu und ich war sehr euphorisch, irgendwann einen eigenen Permakulturhof zu haben und als Selbstversorger zu leben.

Hier noch ein kurzes Video dazu:

Mit Olof habe ich viel über Permakultur, die Welt und deren Probleme geredet und wir haben uns gut verstanden. Er hat mir eine Email geschickt, wo er interessante Projekte gesammelt hat, über die er im Laufe der Zeit gestoßen ist. Dort habe ich zum ersten Mal von TROM gelesen, aber ich war zu beschäftigt mit dem Permakulturgarten, den wir gemacht haben und mit Reisen.

Zurück in Deutschland

Als ich im Juni 2017 zurück nach Deutschland gekommen bin, war ich zunächst noch auf einem Permakulturprojekt in der Nähe von Augsburg und habe mich dort dann intensiv damit beschäftigt, wie eine zukunftsfähige Gesellschaft aussehen kann. Es gibt mehr als 7 Milliarden Menschen: Hindus, Muslime, Christen, Lehrer, Ingenieure, Künstler, Menschen jeden Alters, viele verschiedene Glaubenssätze, viele verschiedene Bedürfnisse, in vielen Klimazonen und so weiter. Ich habe mich gefragt, ob Permakultur wirklich die Lösung für alle Menschen ist.


Was ich bis dahin gelernt habe, war, wie man nachhaltige Kreisläufe in der Landwirtschaft entwirft, welche Gemüsearten man nebeneinander anpflanzen kann, weil sie symbiotisch zusammenarbeiten, wie man einen Rocket Stove mit Lehm oder eine Kräuterspirale baut. Du hast die Bilder gesehen.

Fragen über Fragen

Irgendwann hab ich mir Gedanken gemacht über all die technologischen Fortschritte, die die Menschheit zur Verfügung hat: die medizinischen Fortschritte, die Fortschritte in der Raumfahrt, dem Transportwesen, in der Landwirtschaft, die Automatisierung und Autonomisierung etc. Kann unsere Gesellschaft funktionieren, wenn wir alle wieder ‚zurück zu den Wurzeln‘ gehen und uns in Gemeinschaften organisieren, wie zum Beispiel die Kibbutz in Israel? Brot selber backen, Gemüse selbst anbauen, meditieren und Yoga machen?

Ich möchte damit nicht der Permakultur unterstellen, keine Technologie zu verwenden, jedoch hab ich nichts von Maschinen und Robotern gehört, die langweilige, monotone und gefährliche Tätigkeiten übernehmen sollen. Ich möchte damit Permakultur nicht kritisieren und finde es eine großartige Lösung – zum Beispiel bewusster zu leben, langsamer zu leben und naturnahe Kreisläufe zu entwerfen. Ich selbst habe auch mal Yoga und ein 10-Tages-Schweigemeditationsseminar gemacht und viel über Permakultur gelernt. Es ist nur so, dass Permakultur eine Lösung von vielen Lösungen ist. Ich wollte noch mehr über die Welt lernen und das war die Zeit, in der ich über die Ideen von TROM gelernt habe. Ich habe mir die Dokumentation angeschaut (auch wenn die Computerstimme am Anfang etwas merkwürdig war) und das Buch „Das Geldspiel und darüber hinaus“ gelesen.

Meine Motivation für TROM

Von da an war ich begeistert, es machte alles Sinn für mich. Nicht nur das Projekt, sondern die Idee dahinter: Der Handel an sich beeinflusst das Leben von allen Menschen und erschafft eine riesige Ungleichheit, durch die so viele Probleme entstehen. Wenn man den Handel obsolet macht, dann entstehen weniger (vielleicht sogar keine Probleme). Das ist der Grund, warum so viele Organisation Non-Profit sind, sie müssen keinen Handel betreiben, denn sie bekommen meist eine Grundsicherung durch Spenden und können sich voll und ganz dem widmen, was sie machen wollen.

Zum Beispiel Wikipedia. Stell dir vor, Wikipedia würde keine Spenden bekommen, sodass sie ihre Artikel verkaufen müssten und dadurch vielleicht dazu gebracht werden würden, mehr unwissenschaftliche Artikel zu schreiben, die sich besser verkaufen lassen. Das wäre schrecklich!

Es geht also bei TROM darum, Beispiele aus der Realität zu nehmen, um zu zeigen, wie Handel, Dinge negativ beeinflusst.

Dieser Punkt hat mir wahrscheinlich bei meinen Erfahrungen mit Permakultur gefehlt. Was ist eigentlich die Ursache von den meisten Problemen? Die sollten wir zuerst verstehen und dann gibt es Tausende Lösungen – Permakultur ist eine davon, nämlich wie man zum Beispiel nachhaltige Naturkreisläufe erschafft.

Bei TROM geht es also auch darum, Lösungen für das Handel-Problem vorzuschlagen – nicht nur nachhaltig entworfene Naturkreisläufe, sondern auch Automatisierung und Autonomisierung, Dezentralität, Open-Source etc.

Außerdem geht es um ein wissenschaftliches Verständnis über die Welt, wie sie funktioniert und wie wir uns selbst sehen, denn Wissenschaft ist das einzige Mittel, um die Welt besser zu verstehen. Ohne Wissenschaft würden wir noch in Höhlen leben 😉 Hast du dir zum Beispiel jemals Gedanken gemacht, was Vernunft und Logik, Schönheit und menschliches Verhalten und Moral und Ethik wirklich ist? Was steckt hinter diesen Begriffen? Genau das finde ich das spannende und fesselnde an diesem Projekt, was mich nicht mehr loslässt.

Zum Abschluss bleibt mir noch zu sagen, dass das TROM-Projekt ein gutes Beispiel ist, wie eine bessere Welt funktionieren kann, denn es macht keinen Profit. Alles was wir tun, ist kostenlos und handelsfrei verfügbar, das heißt du kannst es lesen und herunterladen, ohne etwas als Gegenleistung dafür tun zu müssen. Das ist ein Luxus in einer Welt, in der aus allem versucht wird, Profit zu machen und ohne die Menschen, die es nicht unterstützen würden, nicht möglich wäre.

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